Porsche und Lamborghini teilen sich die Siege in der Eifel
Zwei spektakuläre Rennen vor einer Rekordkulisse im Rahmen des 24h-Rennens auf dem Nürburgring
Nürburg - Die vielen Fans am Nürburgring wurden schon einen Tag vor Beginn des 24-Stunden-Rennens mit packendem Motorsport verwöhnt. Und sie wurden Augenzeugen einer Premiere: Lokalmatador Frank Stippler (33, Bad Münstereifel) und sein Heico-Motorsport-Teamkollege Lance David Arnold (21, Duisburg) sorgten im ersten der zwei in der Eifel ausgetragenen Rennen für den ersten Porsche-Sieg im ADAC GT Masters. In einem bis zur Ziellinie spannenden Schlagabtausch setzten sie sich gegen die beiden Argo-Racing-Lamborghini von Frank Schmickler (42, Rösrath) und Sebastian Asch (21, Ammerbuch) sowie Harald Becker (54, Emmendingen) und Frank Kechele (22, Ulm) durch.

Der dritte ADAC GT Masters-Lauf des Jahres begann turbulent: In der ersten Kurve wurde der von Rang vier gestartete Ford GT des Teams Matech Concepts von hinten angestoßen und in den Vordermann geschoben. Damit war das Rennen für die in Oschersleben noch siegerreichen Ford-Fahrer Kenneth Heyer (28, Wegberg) und Marc Hennerici (26, Meyen) schon in der ersten Runde vorbei. Davon unbeeindruckt setzte sich Polesitter Schmickler von seinen Verfolgern ab. Dahinter entbrannte ein beherzter Dreikampf, bei dem Masters-Neuling Lance David Arnold gleich zwei Lamborghini mit gekonnten Manövern hinter sich ließ und sich vom vierten auf den zweiten Rang verbesserte. Die Vorentscheidung um den Sieg fiel bei den Boxenstopps. "Ich bin eine Runde länger draußen geblieben als Schmickler und konnte ein paar Meter gutmachen, außerdem hat das Team einen super Stopp hingelegt", lobte Arnold. Als Teamkollege Stippler auf die Strecke zurückkehrte, bog er direkt vor dem nun von Asch gesteuerten Führungsfahrzeug ein. Der Wechsel an der Spitze hatte bis zum Ziel Bestand. "Es war harte Arbeit, den offensichtlich schnelleren Lambo hinter mir zu halten, umso süßer schmeckt jetzt der Sieg", kommentierte ein freudestrahlender Stippler.

Becker/Kechele kehrten auf den dritten Platz zurück, den sie während ihres Stopps verloren hatten, als das vor ihnen liegende Reiter-Engineering-Duo Peter Kox (44, Niederlande) und Romain Rusinov (26, Russland) aufgeben musste. Ihr Lamborghini wurde von aufgewirbelten Steinen getroffen und irreparabel beschädigt. Albert von Thurn und Taxis (24, Regensburg) rollte nach einem Dreher im Start-Tumult das Feld von hinten auf und übergab den Reiter-Engineering-Lamborghini auf Platz sechs liegend an Titelverteidiger Christopher Haase (20, Meinleus). Auch er drehte sich, dennoch reichte es noch zum fünften Platz. Die schnellste Rennrunde markierte Corvette-Pilot Toni Seiler (50, Schweiz), ein Bremsplatten hatte allerdings Startfahrer Oliver Mayer (50, Ingolstadt) zurückfallen lassen, sodass am Ende nur ein achter Platz zu verbuchen war.

Am darauffolgenden Tag stimmte das ADAC GT Masters die Fans am Nürburgring mit einem erneut packenden Rennen und einem verdienten Start-Ziel-Sieg von Peter Kox und Roman Rusinov auf den wenig später beginnenden 24-Stunden-Marathon ein. Die international zusammengesetzte Fahrerpaarung des Reiter-Engineering-Lamborghini verwies im zweiten einstündigen Masters-Lauf des Wochenendes das Ford-GT-Duo Kenneth Heyer und Marc Hennerici vom Schweizer Team Matech Concepts sowie Titelverteidiger Christopher Haase und Partner Albert von Thurn und Taxis in einem weiteren "Reiter-Lambo" auf die Plätze zwei und drei. Damit war das Podium gegenüber dem Vortag komplett umbesetzt worden.

Von der Pole-Position gestartet behauptete Kox die Führung im Nadelöhr "erste Kurve" und begann umgehend, sich abzusetzen. Weder kurzzeitiger Nieselregen noch der Pflichtboxenstopp brachte die Führung in Gefahr, so dass Mitstreiter Rosinov als zweiter Fahrer den ersten Lamborghini-Sieg des Jahres perfekt machte. Für Kox und Rusinov war der Erfolg eine perfekte Wiedergutmachung, nachdem sie am Vortag wegen eines unverschuldeten Steinschlagschadens auf Platz drei liegen aufgeben mussten.

Viel Spannung bot der Kampf um die zweite Position. Zunächst führte der im ersten Rennen noch unfallbedingt ausgefallene Ford GT mit dem Eifelaner Marc Hennerici im Cockpit das Feld der Verfolger an. Doch der Boxenstopp verlief nicht optimal und der nun am Steuer sitzende Kenneth Heyer musste dem vorbei geschlüpften Albert von Thurn und Taxis im Lamborghini hinterherhetzen. Die Aufholjagd hatte Erfolg: Obwohl der adelige Rennfahrer seinen italienischen Sportwagen am Limit und gelegentlich sogar leicht darüber hinaus bewegte, musste er Heyer ziehen lassen. Nach dem Sieg in Oschersleben jubelten Heyer und Hennerici damit zum zweiten Mal in der noch jungen Saison auf dem Podium. Wirklich unglücklich waren auch Haase/von Thurn und Taxis nicht über den eingebüßten zweiten Platz. "Lieber als Dritter mit Sekt duschen als im Kies landen", so von Thurn und Taxis.

Platz vier ging an Tim Bergmeister und Marc Basseng. Damit war das Gespann von Mühlner Motorsport auch bestes Porsche-Team. Die Vortagssieger Frank Stippler und Lance David Arnold vom Team Heico Motorsport kamen nach einem frühen Reifenschaden an ihrem Porsche nicht über Platz zwölf hinaus. Für Markenvielfalt in den Punkterängen sorgten die Corvette-Teams Toni Seiler Racing mit Toni Seiler und Oliver Mayer sowie MM-Racing mit den tschechischen Teenagern Martin Matzke und Jiri Skula auf den Rängen fünf und sechs. Die lange auf der vierten Position fahrende Aston-Martin-Besatzung Manu Rodrigues und Christian Hohenadel vom Team Hexis musste sich nach einem Fahrfehler kurz vor Schluss noch mit Rang sieben begnügen. Den letzten Punkt sicherten sich die Vortagsdritten Harald Becker und Frank Kechele im Argo-Lamborghini.
(Text: ADAC Motorsport-Presse - www.adac-motorsport.de)